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Metaverse auf dem Vormarsch: Wie werden wir in Zukunft kommunizieren und arbeiten?

Werden wir bald nur noch in der virtuellen Realität, über Avatare oder Hologramme kommunizieren und arbeiten? Tauchen Sie mit unseren Experten in das Metaversum ein und finden Sie es in diesem Interview heraus.

Tauchen Sie ein in das Metaversum mit Jack Klaassen, Director Innovation & Technology, und Thomas Golatta, Managing Director bei Macaw Deutschland.

 

Was verstehen Sie unter dem Metaverse? 

Thomas Golatta: Der Begriff Metaverse beschreibt die Vision eines dezentral organisierten 3D-Interaktionsraumes. Dieses Konzept bietet einige grundlegende Eigenschaften einer real existierenden Gesellschaft, etwa Interaktion mit Menschen, die sich mittels ihrer Avatare bewegen, Transaktionen, eine eigene Währung und privates Eigentum. Es handelt sich dabei nicht um eine einzelne Technologie oder einen einzelnen Anbieter, vielmehr ist es die Idee eines digitalen Zusammenkommens von Menschen.  

 

Welche Techniken könnten dabei zum Einsatz kommen? 

Jack Klaassen: Neben den für den Zugang benötigten Virtual-Reality- und Augmented-Reality-Lösungen, kommen eine ganze Reihe von zusätzlichen Technologien ins Spiel. Beispielsweise 5G, künstliche Intelligenz, das Internet of Everything (IoE), der Bereich Cybersecurity oder Tools der digitalen Zusammenarbeit, wie etwa Microsoft Teams. 

 

Kommunizieren und arbeiten wir bald nur noch in einer virtuellen Realität und über Avatare oder Hologramme? 

Thomas Golatta: Das denke ich nicht, aber virtuelle Räume und Avatare können dort ansetzen, wo unser heutiges ortsunabhängiges Arbeiten an seine Grenzen stößt. Das kann das Knüpfen von sozialen Netzwerken oder die Durchführung von Workshops beinhalten. Die Grundlage für eine wirklich erfolgreiche Teamarbeit besteht allerdings aus Elementen wie Empathie und Innovation, die bei echter zwischenmenschlicher Interaktion entstehen. 

Jack Klaassen: Nein, diese Entwicklung ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Wir Menschen kommunizieren nicht nur auf eine Art und Weise – wir brauchen für die persönliche Interaktion auch Elemente wie die Körpersprache. Ein Metaverse, dass diese Bedingungen erfüllt, ist erstmal nicht zu erwarten. Außer, Unternehmen setzen Hologramme wie in Star Trek ein. Aus dieser Perspektive betrachtet ist es deutlich, dass das Metaverse lediglich ein weiterer Kommunikationsweg sein wird – genau wie ein Telefon, ein Chat-Programm oder ein virtuelles Meeting. 

 

Wie verändert das die Arbeit in der Zukunft, welche Arbeitsmodelle könnten dadurch entstehen? 

Thomas Golatta: Unter Umständen kann die Qualität der Arbeit verbessert werden. So steigen etwa die Möglichkeiten für örtlich getrennte Teams und der allgemeine Anreiz für verteilte, global agierende Mitarbeiter und Standorte erhöht sich ebenfalls. 

Jack Klaassen: Es gibt uns die Möglichkeit, bei der Frage nach physischer Büropräsenz neu zu denken. Das Büro ist für viele Unternehmen ein zentraler Identifikationsfaktor, der auch einen repräsentativen Charakter besitzt. Da der aktuelle Trend langsam vom physischen Büro weggeht, wird sich auch der Arbeitsmarkt ändern. Wichtiger als Einstiegsgehalt könnten dann die angebotenen Arbeitsmodelle sein. 

 

Was bedeutet New Work im Metaverse für die Vorgesetzten und Führungskräfte? 

Thomas Golatta: Es ergeben sich neue Herausforderungen, wenn Teams globaler und der persönliche Kontakt seltener werden. Gute Führung muss neu gedacht werden. Aktuell ist das Metaverse mehr Vision als Realität – ganz im Gegensatz zum ortsunabhängigen Arbeiten. Führungskräfte, die es verstehen, zu inspirieren und das selbstständige Arbeiten an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu vermitteln, legen den Grundstein für die hybride Arbeitswelt.  

Jack Klaassen: Vor dem Sprung ins Metaverse besteht die Aufgabe von Führungskräften darin, den Platz für dieses Konzept des digitalen Raumes innerhalb eines Unternehmens zu definieren. Eine Nutzung des Metaverse für neue Arbeitsmodelle wird außerdem auch einen sozialen Aspekt mit sich bringen, der die eigentlichen Herausforderungen darstellt. Führungskräfte sind daher gut beraten, neue Arbeitsweisen zu fördern und Experimente anzuregen – sollten sich dabei allerdings nicht von den vorherrschenden Technologietrends leiten lassen, sondern den Weg finden, der für das Unternehmen am besten geeignet ist. 

 

Welche Vorteile ergeben sich für die Unternehmen? 

Thomas Golatta: Konzepte wie das Metaverse bieten Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt eine Reihe von Vorteilen bei der schwierigen Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es entstehen Möglichkeiten, globale Teams persönlicher zusammenarbeiten zu lassen, auch ganz ohne Vielfliegerprogramm.  

Jack Klaassen: Das Metaverse wird vorrangig die jüngste Generation der Arbeitnehmer ansprechen. Für Unternehmen ist es daher wichtig, für diese Gruppe attraktiv zu bleiben. Metaversen könnten außerdem eine verbindende Kommunikations- und Kollaborationsalternative zwischen dem eindimensionalen Chat, der zweidimensionalen „Team„-Welt und der mehrdimensionalen physischen Welt sein. 

 

Welche Potentiale sehen die großen Konzerne aus dem Silicon Valley im Metaverse, so dass sie alle kräftig investieren? 

Thomas Golatta: Auf einem umkämpften Markt zählt vor allem die Innovationskraft. Unternehmen müssen früh investieren und experimentieren, um nicht von der Konkurrenz verdrängt zu werden oder später bei dem Versuch, Trends aufzuholen, sehr viel höhere Kosten zu tragen. Führende Analysten schreiben dem Metaverse ein noch größeres Marktpotential als dem heutigen Internet zu. Wenn das kein Grund für einen Hype ist, was ist es dann? 

Jack Klaassen: Ich stimme zu, wir sollten das Metaverse als Hype ansehen. Es vereinigt eine Vielzahl an Technologien, wie etwa Augmented und Virtual Reality oder den gesamten Security-Bereich. Die Entwicklung des Metaverse treibt diese einzelnen Technologien noch weiter voran und bietet vor allem für Extended-Reality-Lösungen eine breite und populäre Einsatzmöglichkeit, die für Unternehmen sehr interessant ist. 

 

Wie sind die Metaverse-Token einzuschätzen, mit denen sich etwa virtuelle Immobilien erwerben lassen? 

Thomas Golatta: Metaverse-Tokens sind bis jetzt nicht einheitlich und aktuell schwer einzuschätzen. Hinzu kommt der Umstand, dass sie auch über gängige Plattformen gehandelt werden können – außerhalb des Metaverse. Am Beispiel von Facebook sehen wir aber, dass Tokens als Zahlungsmittel möglich sind und an Wert gewinnen können. Unter dem Strich bleiben sie allerdings eine äußerst instabile und risikobehaftete Angelegenheit. 

Jack Klaassen: Ein Token repräsentiert einen bestimmten Vermögenswert. Sollte das Metaverse an Bedeutung gewinnen und Menschen damit beginnen, an diesem digitalen Ort zu konsumieren, werden Tokens ein wichtiger Aspekt, da sie den Besitz von Eigentum ausdrücken. 

 

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